Pressebericht aus den Dürener Nachrichten:

Düren. Als «Wohnen neben einer Fabrik» bezeichnet es Bruno Voß von den Dürener Grünen. «Wir wollen ein Gesamtkonzept mit schöner Wohnsituation schaffen», sagt Hans Helmuth Schmidt, Geschäftsführer des Merkener Unternehmens CWS Lackfabrik. Und Anwohner Frank Bank ist schlicht sauer, dass ihm da direkt vor seine Nase ein neues Baugebiet gesetzt werden soll.

Aber eben nicht nur: CWS plant zusätzlich den Neubau einer Straße als direkte Anbindung vom Firmengelände zur Paulstraße. Hans Helmuth Schmidt: «Gemeinsam mit der Stadt haben wir diesen Plan entwickelt, eine neue Zufahrt zu schaffen, um den Lkw-Verkehr zu unserer Firma komplett aus dem Ort zu halten.» Das sieht für den südlichen Ortsrand von Merken zwischen Katharinenstraße und Ruraue ein neues Gewerbe-/Industriegebiet vor, samt Wohnbebauung.

Das müsste eigentlich in Merken auf Zustimmung stoßen. Die Kritik entzündet sich denn auch mehr an der Änderung des Bebauungsplanes, die Thema in der letzten Sitzung des Bezirksausschusses war.

Schmidt: «Wir wollen da attraktive Grundstücke anbieten.» Diese Attraktivität wird von den Grünen und von Anwohner Bank allerdings bezweifelt. Sie wundern sich insbesondere auch darüber, dass das neue Baugebiet nur über eine einspurige und ihrer Meinung nach viel zu schmale Straße erschlossen werden soll.

Bruno Voß: «Bisher war der Bereich als Mischgebiet ausgewiesen, weil für eine Wohnbebauung Produktion und Emissionen zu nah sind. Jetzt will man plötzlich eine Umnutzung.»

Dabei steht das Verfahren noch ganz am Anfang. Nach dem Beschluss im Bezirksausschuss und der Beratung im Stadtentwicklungsausschuss folgt erst mal die Offenlage der Pläne. In diesem Rahmen können die Bürger natürlich noch Bedenken vorbringen.

Für die ist auch Geschäftsführer Schmidt offen: «Wir fühlen uns verpflichtet, Flächen, die für eine Wohnbebauung geeignet sind, auch zur Verfügung zu stellen. Aber wir wollen natürlich auch, dass die Anwohner bei dieser Planung mitgenommen werden. Da ist uns sehr dran gelegen.»

Und so will Schmidt zum Beispiel die Planung seines Unternehmens auch gerne bei der Anwohnerversammlung vorstellen, zu der Frank Bank für Freitag, 16. Mai, um 19 Uhr in die Gaststätte Vitzer eingeladen hat. Ein wichtiges Argument wird Schmidt dann sicher auch ins Feld führen: «Wir sind ein sehr stark wachsendes Unternehmen. Unser Geschäftsvolumen hat sich in den letzten fünf Jahren verdoppelt. In den letzten drei, vier Jahren haben wir 50 neue Mitarbeiter einstellen können.»

Deshalb, so Schmidt, gehe es ihm mit der Planung «um die grundsätzliche Bestandssicherung unseres Unternehmens am Standort Merken». Und dazu gehöre auch die Erweiterung des Betriebes, eben im neuen Baugebiet.